Selbstsabotage überwinden: Warum du dir manchmal selbst im Weg stehst
- christianrose9
- 8. Dez. 2025
- 5 Min. Lesezeit

Viele Menschen erleben das: Kurz vor dem Erfolg passiert etwas - das fast fertige Projekt gerät ins stocken weil die Motivation im Keller ist, Beziehungen wiederholen, trotz gemeinsamer bester Vorsätze, bekannte Muster immer wieder, oder du findest auf einmal Gründe, etwas nicht zu tun - obwohl du es eigentlich willst...
Doch Selbstsabotage passiert nicht einfach so - sie ist ein Signal. Ein Signal dafür, dass irgendwo ein alter Schutzmechanismus, ein verletztes Bedürfnis oder ein falsches Glaubensmuster dein Wohlbefinden und deine Ziele ausbremst.
In diesem Artikel schauen wir uns an, wie du Selbstsabotage erkennst, verstehst und vor allem konkret angehst, damit du deine Ideen und Ziele auch wirklich durch ziehst! 💪
Selbstsabotage - Was ist das eigentlich und warum tun wir uns das an?
Selbstsabotage bedeutet, dass du eigene Ziele, Bedürfnisse oder Chancen (bewusst oder unbewusst) blockierst. Manchmal durch Prokrastination, manchmal wegen negativer Selbstgespräche, manchmal durch das wiederkehrende Beenden guter Beziehungen, einfach aus Angst vor Nähe. 😬
Dahinter stecken häufig alte Überlebensstrategien: Sich zurückhalten, weil man fürchtet, sonst andere zu verlieren; seine Träume nicht leben, um vor möglicher Enttäuschung geschützt zu sein; oder immer wieder Partner vom gleichen Typus wählen, weil das Vertraute leichter ist als das Ungewisse. Diese Mechanismen sind menschlich und oft unbewusst - und genau deshalb so tückisch.
Selbstsabotage bewahrt uns paradoxerweise vor möglichen schmerzhaften Gefühlen. Wenn Erfolg oder Nähe mit Angst, Scham oder einer anderen Art von Risiko verbunden sind, greifen diese inneren Schutzmechanismen, doch oft ohne eine Logik. Sie verhalten sich eher wie alte, schlechte Gewohnheiten, die automatisch anspringen, sobald etwas Vertrautes sie auslöst. 😵💫

Oft sind die Wurzeln in frühkindlichen Erfahrungen, Glaubenssätzen aus Beziehungen oder erlernten Mustern zu finden - aber auch Stress, Überforderung und fehlende Selbstfürsorge machen Selbstsabotage wahrscheinlicher. Das ist keine Schwäche, sondern ein Hinweis: Hier lohnt es sich zu forschen.
Selbstsabotage erkennen
Die erste und wichtigste Arbeit um deine Selbstsabotage zu überwinden ist, neugierig hinzuschauen. Beobachte dich wie eine Forscherin, die nicht bewertet, sondern einfach verstehen möchte.
Frage dich: Wann passiert es ganz genau? Ist es morgens, wenn du voller Motivation aufwachst und dann plötzlich keine Energie mehr hast? Oder abends, kurz bevor du endlich etwas für dich tun willst? Manchmal liegt der entscheidende Moment in einem kaum spürbaren inneren Widerstand, den man erst erkennt, wenn man wirklich achtsam hinschaut. 🧐
Achte auch auf die Gedanken, die in diesem Moment auftauchen... Oft sind es kurze, automatische Sätze wie „Das schaffe ich eh nicht“, „Ich mach’s später“, „Ich will niemanden enttäuschen“ oder „Ich bin müde“...
Diese Sätze wirken unscheinbar, aber sie tragen eine enorme Kraft, weil sie nicht rational entstehen, sondern aus alten emotionalen Mustern. Wenn du diese inneren Sätze erkennst und aufschreibst, kannst du sie später hinterfragen und auflösen.
Wenn du wissen willst, wie das geht, schau dir gerne das Video an 👇
Ebenso wichtig ist dein Körper. Selbstsabotage zeigt sich häufig in körperlichen Signalen, lange bevor du bewusst bemerkst, dass du blockierst. Vielleicht spürst du einen leichten Druck im Bauch, ein flaues Gefühl, innere Unruhe, ein Ziehen in der Brust, Anspannung in den Schultern oder plötzlich bleierne Müdigkeit, die dich „zwingt“, alles zu verschieben.
Diese Signale sind keine Feinde - sie sind Botschaften. Sie versuchen, dich zu schützen, auch wenn ihre Strategien meist eher kontraproduktiv sind. 😅
Wenn du beginnst, all das zu notieren, entsteht so nach und nach ein Muster. Notiere eine Woche lang: Was war die Situation? Was habe ich gedacht? Was habe ich gefühlt? Was hat mein Körper gemacht? Was habe ich danach getan?
Diese Notizen sind keine Anklageschrift, sondern eine echte Landkarte. Eine Karte, die zeigt, wo deine alten Schutzmechanismen aktiv werden, welche Situationen dich triggern, welche Gedanken deine Energie ziehen und welche Gefühle dich in alte Muster schieben. Je klarer und bewusster du dir darüber bist, desto leichter wird es, einen Ausweg zu finden. 😉
Selbstsabotage überwinden - In 7 Schritten
Keine Sorge... Du musst nicht alles gleichzeitig machen - fange mit einem Punkt an und arbeite dich Schritt für Schritt vor. Jede kleine Veränderung summiert sich.
Schritt 1: Zuerst frage dich mal, welches konkrete Verhalten du ändern willst - Aufschieben? Abbruch von Beziehungen? Übermäßiger Rückzug? Formuliere es in einem Satz und schreibe auch dazu, wie dein Leben aussehen würde, ohne! Sei hier so präzise, wie möglich, denn so wird aus einem diffusen Gefühl ein konkretes Ziel. 🎯

Schritt 2: Benenne dann das Verhaltensmuster. Schreibe auf, wie es aussieht, was genau du tust, und in welchem Kontext es auftaucht. Wenn du das schriftlich machst, entfaltet sich oft eine verblüffende Klarheit.
Schritt 3: Frage dich nach dem „guten Grund“ hinter dem Verhalten, d.h. welches Gefühl versucht dieses Verhalten zu vermeiden? Manchmal ist es Scham, manchmal Ohnmacht, manchmal die Angst vor Enttäuschung. Wenn du den „Schutz“ identifizieren kannst, verliert er an Macht.
Schritt 4: Formuliere einen ersten praktischen Schritt... Ersetze das sabotagehafte Verhalten durch einen winzigen, gegenteiligen Schritt — nicht sofort ein Marathon, sondern ein Spaziergang um den Block oder 15 Minuten an der Aufgabe arbeiten. Kleine Erfolge bauen Selbstvertrauen.
Schritt 5: Verbinde dich mit Mitstreiterinnen oder einer Vertrauensperson, die dich nicht bewertet, sondern unterstützt. Es ist, wie im Fitness-Studio... mit einem gleichermaßen motiviertem Partner geht es viel einfacher. 🙂
Schritt 6: Sammle Beweise, dass du es kannst - auch kleine. Notiere Situationen, in denen du nicht sabotiert hast, davon wird es nämlich auch eine Menge geben! Das stärkt dich und zeigt dir gleichzeitig, das du es doch kannst. 💪
Schritt 7: Übe Selbstfürsorge. Ausreichend Schlaf, Pausen, klare Grenzen. Viele Selbstsabotage-Mechanismen wachsen in Erschöpfung und Überforderung.

Wichtig: Feiere auch deine Erfolge, und seien sie noch so klein! 🤩
Fazit: Selbstsabotage ist kein Makel und kein Zeichen von Schwäche, sondern ein Wegweiser
Ein Hinweis darauf, dass in dir etwas danach ruft, gesehen, verstanden und liebevoll begleitet zu werden. Wenn du aufhörst, dich für deine Muster zu verurteilen, und stattdessen beginnst, sie neugierig zu betrachten, öffnet sich eine Tür zu echter Selbstverantwortung und innerer Freiheit.
Manche Tage wirst du mutig vorangehen, an anderen fühlst du dich vielleicht wieder wie am Anfang. Das ist normal. Alte Muster brauchen Zeit, bis sie sich lösen, und jeder Rückfall zeigt dir nur, wo du noch mehr Unterstützung, Struktur oder Selbstfürsorge brauchst. Er bedeutet nicht, dass du versagt hast - er bedeutet, dass du mitten im Veränderungsprozess stehst.
Und denk daran, du bist auf diesem Weg nicht allein. Viele Menschen tragen ähnliche Muster in sich. Vertraue darauf, dass du die Fähigkeit zur Veränderung bereits in dir trägst - nicht irgendwann, sondern jetzt. Du musst nicht perfekt sein, um weiterzukommen. Du musst nur bereit sein, dir selbst Schritt für Schritt näherzukommen. ✨
Und jetzt du: Welche Selbstsabotage-Momente kennst du aus deinem Leben? Was war dein größter Aha-Moment beim Aussteigen aus einem Muster? Ich lade dich herzlich ein, deine Erfahrungen in der Kommentarspalte zu teilen oder mir per E-Mail zu schreiben. Ich freue mich riesig, von dir zu lesen!
Dein Christian 🫶


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